Eröffnung am 28. März 2026, 18–21 Uhr
Ausstellungsdauer: 28 März. bis 14. April 2026
Die Ausstellung Entbundene Zeit präsentiert den abschließenden Zyklus einer umfassenden künstlerischen Auseinandersetzung der interdisziplinären Künstlerin Andrea Conrad mit dem Werk des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin. Es sind Hölderlins letzte Gedichte, verfasst in Zurückgezogenheit in einer fortgeschrittenen Phase seines Lebens, die seine zutiefst humanistische Gesinnung zeigen: seinen leidenschaftlichen, poetischen Versuch, die Würde und Ganzheit des Menschen in einer entzweiten Welt zurückzugewinnen und die Verbundenheit mit der Natur, über die Wirren der Zeit und die Zerrissenheit des Menschenbildes zu stellen.
In den reduzierten, oft aphoristischen Gedichten erkennt Andrea Conrad Reflexionen über Erinnerung, Natur und Lebensvollendung, die sich in wiederkehrenden Rhythmen entfalten. In rudimentären Gedankenspielen erweist Hölderlin seiner eigenen Lebensvollendung Konsequenz. Prägend ist die Metapher der „exzentrischen Bahn“, mit der er den menschlichen Lebensweg beschreibt: „Wir durchlaufen alle eine exzentrische Bahn, und es ist kein anderer Weg möglich von der Kindheit zur Vollendung.“
Aus heutiger Perspektive nähert sich Andrea Conrad der Dichtung Hölderlins. Das Ausstellungskonzept ist als genreübergreifender Diskurs aus Sprachbildern, Videokunst, Installationen sowie der Malerei des deutschen Künstlers Gunnar Conrad angelegt.
Gezeigt werden Werke aus Andrea Conrads Hölderlin-Zyklus, der sieben eigenständige Werkphasen umfasst und unterschiedliche künstlerische Formen verbindet, darunter Malerei, digitale Kunst, Installation, Oper, Schauspiel und Film.
Werke
Hyperion – oder ein Eremit in Griechenland
Intermediales Bühnenwerk
Textfassung, Raum, Installationen und Regie: Andrea Conrad.
Uraufführung: Gasometer, Hans-Otto-Theater Potsdam, 2007.
tà metà tà physicà – Empedokles
Opera experiment für fünf Räume, letzte Fassung 2022/2023.
Konzept: Andrea Conrad
Text von Friedrich Hölderlin und Andrea Conrad
Komposition: Patrick Walliser
Film: Gunnar Conrad
Andrea Conrad
Verbrennungen
Filmisches Essay mit Kompositionen von Georg Friedrich Haas, 2010.
Uraufführung: Villa Schöningen an der Glienicker Brücke im Rahmen der Ausstellung EUROPA von Anselm Kiefer.
Hyperion – Das Drama der modernen Menschheit
Raumkonzept, Regie: Andrea Conrad.
Uraufführung: Schloss Laupheim, 2009.
Andrea Conrad
Mein ist die Rede vom Vaterland, das neide mir keiner (Hölderlin)
Kunstvideo und Installation zu Wieland Försters Skulptur Nike 89 an der Glienicker Brücke, 2007.
Andrea Conrad
Unter Licht, 2017
Zeichnung, Installation
Andrea Conrad
Sonnengeflecht, 2022
Video, Installation
